Der Bund der Selbständigen Baden-Württemberg e.V. (BDS-BW) lehnt die geplante Pflicht zur digitalen Bezahlmöglichkeit ab. Nach den Eckpunkten des Bundesfinanzministeriums sollen ab 2027 alle Betriebe mit Geschäft vor Ort neben Bargeld mindestens ein digitales Zahlverfahren anbieten. Das soll auch für Kleinbeträge gelten, die Kosten bleiben beim Unternehmer hängen.
Ob ein Betrieb Kartenzahlung anbietet, muss eine unternehmerische Entscheidung bleiben! Die Bäckerin und der Kioskbetreiber kennen ihre Kundschaft, ihre Kosten und ihre Margen. Sie können selbst abwägen, ob sich ein Kartenterminal für sie lohnt. Dafür braucht es keine Vorgabe aus Berlin. Schon heute wird mehr als die Hälfte aller Einkäufe unbar bezahlt. Wer Kunden verliert, weil er keine Karte annimmt, merkt das selbst und kann darauf reagieren. Der Kunde weiß selber, ob sein Lieblingscafé Kartenzahlung akzeptiert, oder er Bargeld mitnehmen muss.
Die Pflicht ist außerdem nicht kostenlos. Jede Kartenzahlung kostet den Betrieb Gebühren, und kleine Betriebe zahlen dabei im Verhältnis mehr als große, weil sie schlechtere Konditionen bekommen. Bei einer Bäckerei mit 200 Kartenzahlungen à 4 Euro am Tag kommen bei einem gängigen Anbieter schnell rund 3.500 Euro Gebühren im Jahr zusammen. Dieses Geld fehlt am Ende im Betrieb.
Die Bundesregierung ist mit dem Versprechen angetreten, Bürokratie abzubauen. In den Betrieben ist davon bisher wenig angekommen. Stattdessen kommen neue Pflichten hinzu.
„Unternehmerische Freiheit bedeutet, dass man am besten abwägen kann, was seine Kundschaft braucht. Da muss niemand von oben den Kunden und Unternehmer bevormunden!“, sagt BDS-Präsidentin Bettina Schmauder.
Die Beschließung einer solchen neuen Regelung ist kein sinnvoller Schritt im Plan des Bürokratieabbaus und auch sicherlich keine Maßnahme, um das Wirtschaftswachstum zu beschleunigen. Wir appellieren daher ausdrücklich an alle Entscheidungsträger, diese Pflicht nicht zu verabschieden und sich stattdessen mit den Dingen zu befassen, die Unternehmern, Kunden und dem Land wirklich helfen!
Der Beitrag Kartenzahlungspflicht ist keine unternehmerische Freiheit! erschien zuerst auf Bund der Selbständigen Baden-Württemberg e.V..